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Studenten bilden Schüler – Ein Analyst verbindet Ehrenamt und M&A

(Bundesvorstand des Vereins „Studenten bilden Schüler“, Mitte: Christoph Bischoff)

Es ist der Höhepunkt der ersten Corona-Welle, als sich Christoph Bischoff entscheidet, einen Teufelskreis zu durchbrechen. Schon lange beschäftigt er sich mit diesem Thema: Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen oder finanziell benachteiligten Familien haben es schwer in unserem Bildungssystem. Cowen Analyst Christoph setzt sich dafür ein, dass sich genau das ändert.

Damals studierte Christoph BWL an der Universität Mannheim. Durch einen Flyer wird er auf die Initiative “Studenten bilden Schüler” aufmerksam. Der Verein kooperiert mit verschiedenen sozialen Einrichtungen in mehr als 55 Städten und bringt Studierende mit Schülern aus bildungsfernen Verhältnissen zusammen. So entsteht ein deutschlandweites Netzwerk ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, die Kinder und Jugendliche bei den Hausaufgaben unterstützen sowie auf Tests und Prüfungen vorbereiten. Das Ziel: Durch bessere Noten die Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler sowie die Erfolgschancen in Ausbildung und Studium steigern. So lässt sich der Teufelskreis bildungsferner Familien durchbrechen.

Wenn es keinen Standort gibt, kann man einen gründen

Christoph gefällt der Verein, jedoch steht er vor einer Herausforderung. Durch die Corona-Pandemie schließen die Universitäten und er zieht zurück in seinen Heimatort in der Nähe von Dortmund. Dort gibt es aber keinen Standort, also noch keine organisatorische Gruppe von Studierenden, die den Verein vor Ort leiten – Büros hat “Studenten bilden Schüler” ohnehin nicht. Jetzt wäre der Moment, an dem viele aufgegeben hätten, nicht aber Christoph. Kurzerhand gründet er einen neuen Standort in Dortmund und baut diesen auf. Mit großem Erfolg! Innerhalb weniger Monate können Studierende in Dortmund Schülerinnen und Schüler unterstützen. “Die Initiative kam genau zum richtigen Zeitpunkt”, sagt Christoph, “Denn gerade während der Corona-Pandemie, als mehr und mehr Schulen schließen und Unterricht nicht mehr in Klassenräumen stattfinden konnte, brauchen Kinder und Jugendliche die Unterstützung.”

Manchen der Schülerinnen und Schüler fehlt es nicht nur an fachlicher Unterstützung, sondern an Grundlegenderem: Einem Ort, an dem man konzentriert lernen und arbeiten kann. Dafür bietet der Verein Treffpunkte in sozialen Einrichtungen an, wo sie sich für die Nachhilfe verabreden können. Anderen fehlt die technische Ausstattung, um von zuhause am Schulunterricht teilzunehmen, manchmal mangelt es auch am Geld für Schulmaterialien wie Zirkel oder Hefte. Auch hier unterstützt der Verein mit Sachspenden.

Berufseinstieg und Bundesvorstand

Auf den Lorbeeren ruht sich Christoph jedoch nicht aus. Nach der Standortgründung in Dortmund möchte er noch größere Hebel für den Verein in Bewegung setzen. So bewirbt er sich für den Bundesvorstand. Dieser kümmert sich für die 55 Standorte um grundlegende Dinge wie die Finanzen, die IT-Infrastruktur und die Öffentlichkeitsarbeit. Er übernimmt die Rolle des Finanzvorstands und kümmert sich seither um das Fundraising – also darum, Spenderinnen und Spender für die Ziele des Vereins zu gewinnen. Außerdem liegt die Finanzierung der Events, Geräte, Verwaltung oder der Stipendien in der Verantwortung von Christoph und seinem Team.

Inzwischen hat Christoph sein Studium in Mannheim beendet. Bei Cowen Europe startet er als Investment Banking Analyst in die M&A-Branche – ein Bereich, der ihn schon während seines Studiums interessierte. “Ich lerne bei Cowen enorm viel dank der engen Zusammenarbeit mit den MDs und meinen Kollegen”, sagt Christoph heute. “Es zeichnet Cowen aus, wie schnell man hier Verantwortung in nationalen und internationalen Transaktionen übernehmen und daran wachsen kann. Jede Ebene ist für alle Fragen offen. Das erleben Berufseinsteiger im Investment Banking nicht überall so.”

Trotz anspruchsvoller Aufgaben im Beruf bleibt Christoph seinem Engagement für den Verein treu. Seinen Lebensmittelpunkt hat er nach Leipzig verlagert, wo Cowen sein Hauptbüro hat, einer Stadt, der er vom kulturellen Angebot bis zum allgemein jungen Publikum viel abgewinnen kann. Der nächste Schritt für den Verein ist die internationale Expansion! In die USA, nach Österreich und nach Italien hat “Studenten bilden Schüler” seine Fühler bereits ausgestreckt und erste Standorte sind im Entstehen. Woher kommt Christophs Motivation für die Doppelbelastung zwischen Beruf und Ehrenamt?

“Es ist natürlich ein großartiges Gefühl, den Verein weiterzubringen oder auch Spenden für die wichtigen Zwecke des Vereins zu akquirieren”, sagt Christoph, “Aber das Beste ist, wenn wir den Dank der Schüler und Schülerinnen oder ihrer Familien für das Engagement aller im Verein erhalten. So erleben wir unmittelbar, dass wir die Bildungschancen einzelner verbessern können und wir somit etwas bewirken.“

 

Copyrights: Verein „Studenten bilden Schüler“